30 Okt. WAS IST MIT DEN BLAUEN FRÖSCHEN IN LJUBLJANSKO BARJE?
Der Moorfrosch (Rana arvalis) ist eine sehr charismatische Amphibienart. Besonders faszinierend sind sie während der Fortpflanzungszeit, wenn die Männchen ihre Körperfarbe in ein leuchtendes Blau ändern und die Fortpflanzung nur wenige Tage lang in Gruppen stattfindet. Der Anblick zahlreicher blauer Frösche in Gruppen ist etwas Besonderes und zieht zahlreiche Naturliebhaber und Tierfotografen an, obwohl dies auch negative Auswirkungen auf die Tiere haben kann.
Übermäßige Besuche in den Brutgebieten der Moorfrösche bedeuten für sie Stress und Störung. Ein Paar in der Paarungsumarmung (bekannt als Amplexus) kann sich zu früh trennen, was dazu führt, dass das Weibchen unbefruchtete Eier legt. Jedes Weibchen hat nur eine Chance, sich in einem Jahr fortzupflanzen, und je mehr Störungen auftreten, desto größer ist die Zahl der unbefruchteten Eier. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Moorfrösche genügend ungestörte und geeignete Brutplätze haben, um die negativen Auswirkungen der menschlichen Präsenz zu minimieren.
Moorfrösche sind vor allem in Nord- und Osteuropa verbreitet. In Slowenien sind sie in Prekmurje, Teilen von Štajerska und Dolenjska bekannt. Erst 2010 wurden sie auf dem Ljubljansko Barje entdeckt, was eine große Überraschung war. Untersuchungen ergaben schnell, dass es sich um eine kleine und isolierte Population handelt, so dass sie als kritisch gefährdet eingestuft wurde.
Im Rahmen des LIFE AMPHICON-Projekts setzen wir uns für die Verbesserung des Lebensraums der Moorfrösche auf der Ljubljansko Barje ein. Im Rahmen der Aktion C5 – Replikation und Transfer von Projektlösungen und -ergebnissen – haben wir uns verpflichtet, Maßnahmen zur Verbesserung des Status dieser Art im Gebiet Ljubljansko Barje durchzuführen. Die Vorbereitungen für die Aktion begannen im Herbst 2023 im Landschaftspark Ljubljansko Barje. In Zusammenarbeit mit Moorfrosch-Experten planen wir die Errichtung von zehn neuen Brutplätzen und erkunden Möglichkeiten zur Aufwertung ihres terrestrischen Lebensraums. Die Umsetzung dieser Maßnahmen vor Ort ist für das Jahr 2024 geplant.
Foto: A. Bolčina, K. Drašler, M. Jakopič