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AUSHUB DER ERSTEN 10 NEUEN TEICHE FÜR MOORFRÖSCHE ABSGESCHLOSSEN, DIE ARBEITEN GEHEN WEITER

AUSHUB DER ERSTEN 10 NEUEN TEICHE FÜR MOORFRÖSCHE ABSGESCHLOSSEN, DIE ARBEITEN GEHEN WEITER

Zu Beginn des Herbstes haben wir nach Einholung aller erforderlichen Genehmigungen und Zustimmungen mit dem Aushub von Teichen für den Moorfrosch (Rana arvalis) im Laibacher Moor begonnen. Die Teiche wurden sorgfältig geplant, um den ökologischen Bedürfnissen dieser seltenen Amphibienart gerecht zu werden: Sie umfassen größere Flachwasserbereiche, die sich im Frühjahr schnell erwärmen, sowie etwas tiefere Bereiche, die auch in Trockenperioden Wasser speichern und so eine erfolgreiche Entwicklung der Kaulquappen ermöglichen. Mit diesen Maßnahmen möchten wir die Verfügbarkeit geeigneter Fortpflanzungshabitate erhöhen und langfristig den Erhaltungszustand der Moorfroschpopulation in diesem Gebiet verbessern.

Der Aushub der ersten zehn neuen Teiche wurde inzwischen abgeschlossen, während die Arbeiten an weiteren Standorten in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Im zentralen Verbreitungsgebiet des Moorfroschs planen wir die Anlage von drei weiteren Teichen sowie die Wiederherstellung von drei bestehenden Feuchtgebieten, um die lokale Population mit zusätzlichen und verbesserten Habitaten zu unterstützen. Die Anlage zusätzlicher Teiche knapp außerhalb des Kerngebiets der Art soll dazu beitragen, das Verbreitungsgebiet des Moorfroschs zu vergrößern.

Mit der Anlage dieser neuen Teiche möchten wir auch die lokalen Amphibienpopulationen im Allgemeinen stärken – nicht nur die des Moorfroschs, sondern auch anderer Arten, die denselben Lebensraum teilen, wie beispielsweise den Alpen-Kammmolch, Braunfrösche, den Europäischen Laubfrosch, die Europäische Sumpfschildkröte sowie zahlreiche Arten von wirbellosen Wassertieren.

Schutz des Kulturerbes

An jeder Baustelle arbeitet das Team des Landschaftsparks Laibacher Moor Seite an Seite mit einem Archäologen. Das gesamte Feuchtgebiet ist aufgrund der häufigen Funde aus allen archäologischen Epochen – von der Altsteinzeit bis in die Römerzeit – als archäologische Fundstätte von nationaler Bedeutung geschützt. Zu den bedeutendsten Funden zählen die prähistorischen Pfahlbausiedlungen, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Die archäologische Baubegleitung ist auch eine der offiziellen Bedingungen für die Einholung der denkmalpflegerischen Zustimmung. Bislang wurden bei den Aushubarbeiten keine archäologischen Überreste entdeckt.

Der Moorfrosch – eine Besonderheit unter den Braunfröschen

Der Moorfrosch ist eine seltene und gefährdete Braunfroschart. Die erwachsenen Tiere sind im Allgemeinen braun gefärbt, mit einem hellen Bauch und dunklen Flecken an der Kehle. Zur Paarungszeit färben sich die Männchen jedoch für einige Tage intensiv blau – ein markantes Merkmal, durch das sie leicht zu erkennen sind.

Die Fortpflanzung findet im zeitigen Frühjahr statt, wenn sich die Frösche in den Teichen sammeln und auch tagsüber aktiv sind. Nach dem Ablaichen ziehen sich die erwachsenen Tiere in nahe gelegene landgebundene Sommerlebensräume zurück, die sich meist in unmittelbarer Nähe der Laichplätze befinden.

Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume werden Moorfrösche auch durch Störungen an den Laichplätzen bedroht. Während der Paarungszeit sind die Frösche besonders empfindlich, und ihr Fortpflanzungserfolg hängt stark von einer ruhigen Umgebung ab. In den letzten Jahren haben wir an den am stärksten gefährdeten Standorten spezielle Warnschilder aufgestellt, um Besucher davon abzuhalten, diese wichtigen Wasserlebensräume während dieser kritischen Zeit zu betreten.

Wissenstransfer und Erweiterung der Erfahrungen

Mit den neuen Teichaushubarbeiten setzen wir die Arbeit fort und wenden das Wissen und die Erfahrungen an, die wir durch das Projekt LIFE AMPHICON gewonnen haben. Vor dieser jüngsten Phase wurden bereits 50 neue Gewässerhabitate im Laibacher Moor erfolgreich angelegt. Im Laufe der Jahre haben wir unsere Ansätze bei der Planung, Umsetzung und Pflege von Amphibienhabitaten verbessert und wenden diese Erkenntnisse nun auf neue Gebiete und weitere Zielarten an. Im kommenden Jahr werden wir aufmerksam verfolgen, wie die Amphibien die neuen Teiche besiedeln, und ihren Erfolg beim Aufbau stabiler Populationen bewerten.

Foto: M. Kržič